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Linol / Linoleum - Übersicht

Info & Geschichte

Material

Anleitung: vom Linolschnitt bis zum Linoldruck

 

Linoleum

Linoleum ist ein von dem englischen Chemiker Frederick Walton 1860 entwickeltes Material. Der Name setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen linum ‚Lein‘ und oleum ‚Öl‘ und verweist auf das Leinöl, das neben Korkmehl und Jutegewebe der wichtigste Grundstoff für das Linoleum ist.

Das Material dient zur Fertigung elastischer Bodenbeläge sowie als Druckplatte in der bildenden Kunst. Weitgehend historisch ist seine Verwendung für Tapeten (Lincrusta). Vereinzelt wird es auch als Belag für Möbelstücke (Tische, Schränke, Pinnwände) gebraucht.

Nachdem sich Linoleum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als elastischer Bodenbelag durchgesetzt hatte und bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts vorherrschend war, brach der Markt mit der Einführung von Bodenbelägen aus PVC in den 1960er Jahren zusammen und erholte sich erst ab Mitte der 1980er Jahre wieder. Weltweit gab es 2008 nur noch vier Werke (alle in Europa) von drei Herstellern. wikipedia.com  

Linolschnitt-, & -druck

Der Linolschnitt und -druck gehört zur künstlerischen Technik des Hochdrucks. Wie beim Holzschnitt wird auch hier in eine Linoleumplatte mit speziellem Werkzeug ein Negativmuster in das normalerweise relativ feste Linoleum geschnitten. Das Material wurde bald als günstiges und leicht zu schneidendes Material zum künstlerischen Bearbeiten entdeckt und entwickelte sich zusehends zur Alternative zum schwer zu bearbeitenden Holz. Da die Technik des Linolschnitts leicht zu erlernen ist und man mit einfachsten Bildformen schöne Ergebnisse erzielen kann, eignet sich diese Werktechnik auch eher für Kinder. Das fertige Negativmuster wird einfach mit Farbe überwalzt und dann auf Papier/Stoff gedruckt. Dabei wird die auf der 'nicht ausgeschnittenen' oder hervorstehenden Stellen haftende Farbe direkt auf das Papier übertragen.

Wie der Holzschnitt wurde der Linolschnitt auch von expressionistischen Künstlern geschätzt. Maurice de Vlaminck, Christian Rohlfs, Henri Matisse, M. C. Escher und Pablo Picasso haben mit Linolschnitt gearbeitet.

Mit dem Linolschnitt können Geschenkpapier, Glückwunschkarten, Stempel und diverse Gebrauchsgegenstände wie Notizblöcke, Servietten, Taschen, Tapetten verziert oder verschönert werden. Anfänger wählen einfach ein einfaches Motiv, daß durch Durchpausen auf die Linolplatte kopiert werden kann.

Auch kann man mit Linoldruck relativ einfach seine 'eigene' Stempfel für jeden Stoffe, jedes Papier oder Vlies herstellen.  

Material

 

Linolplatte

Lieferbar in den Stärken 3,2 mm (Farbe: Braun) und 4,5 mm (Farbe: Hellbeige). Die Linolplatten sind in diversen Formaten erhältlich.
Linolplatte
Linolplatte  

SoftCut™ Platten

Die SoftCut Platten von ®EssDee sind aus einem festen Gummi und lassen sich ganz leicht bearbeiten. Da sie nicht so brüchig wie Linoleum sind, kann man sie mit weniger Kraftaufwand bearbeiten, was den Nachteil hat, daß man mit mehr Sorgfalt arbeiten muss. Wenn feinere Linien, exaktere Konturen als beim Lionleum gewünscht sind, dann ist dieses SoftCut Platten die richtige Wahl. Da die Platten aus einem weicheren Material sind, können diese Platten auch auf gebogenen Oberflächen verwendet werden. Die Platten sind auf einer Seite ganz glatt und auf der Rückseite etwas aufgerauht.

Ob diese Platten die richtig Alternative zu den Linol-Platten ist, muss jeder selber für sich herausfinden. Es ist sicher eine persönliche Wahl, da beides Vor- bzw. Nachteile hat.

Das SoftCut Rondellen Ø 4.5cm kann man auch einzeln kaufen. Passend zu Stempel-, Druckgriff für SoftCut Rondellen  

MasterCarve™ (®Staedtler)
Speedy-Carve™ (®Speedball)
PrintBlock™ (®Factis) - Stempelblöcke

Die MasterCarve™ von ®Staedtler bzw. Speedy-Carve™ von ®Speedball oder PrintBlock™ von ®Factis sind Stempelblöcke aus Schaumstoff (Vinyl), welche sich ganz leicht bearbeiten lassen. Die Blöcke sind weicher als die Linol Platten und lassen das Ergebniss viel satter erscheinen als Linol.

Lösungsmittel schaden den Blöcken! In Europa momentan via Fachhandel nicht erhältlich.
 

PrintFoam™ (®EssDee)

Der PrintFoam™ ist ein weiches, aber sehr dichtes Schaumstoff Material. Die Oberfläche ist sehr empfindlich, so daß die Konturen, zb. Kugelschreiber, Holzstift direkt in den Block gemalen/gedrückt werden können. Es sind keine Schnitzmesser oder scharfes Werkzeuge notwendig und deshalb ideal für die Kleinsten.

Printfoam kann leicht mit einem Bastelmesser oder einer Schere in Formen geschnitten werden und wird häufig für den Modellbau eingesetzt.

 

Javana™ Set - Farben auf Stoff (®Kreul)

Kreul hat im 2015 4 neue Javana Sets rausgegeben. Alle Set's zeigen verschiedene Möglichkeiten, Farben auf Stoff zu bringen. Ob jetzt Linoldruckplatten, Schablonen, Farbblockieren oder Bleichen, alle Set haben ihre ganz spezifische Verarbeitung. Selbstverständlich muss man nicht das ganze Set kaufen, sondern kann auch separat die gewünschte Dose oder die Linoldruckplatte kaufen. Das Set für Kreative, die kontrastreiche Farbtechniken auf Stoff lieben. Gestalte Deine Textilien mit selbstgemachten Prints und drück ihnen Deinen Stempel auf.

Die Technik: Was nicht gedruckt werden soll, wird herausgeschnitten. Erhalten bleibt, was farbig gedruckt wird.

So geht’s

  • Konturen mit den Schneidefedern vorsichtig herausheben: Den Griff der Schneidefedern wie ein Messer halten und nicht zu tief in die Druckplatte schneiden. Langsam arbeiten, um Verletzungen zu vermeiden! Druckplatte abputzen.
  • Stoffmalfarbe mit dem Farbroller auf der Glasplatte verteilen, bis der Farbroller gleichmäßig mit Farbe bedeckt ist. Mit dem Farbroller die Farbe gleichmäßig auf die Druckplatte auftragen. Ein Probedruck auf Zeitungspapier ist zu empfehlen. Druckplatte auf dem Stoff gleichmäßig andrücken.
  • Nach Fixierung ist die Stoffmalfarbe lichtecht und waschbeständig (linksseitig bis 40 °C).
  • Jabana Drucken auf Stoff
    Bild: c-kreul.de
     

    Linolwerkzeug, - Garnitur, - Besteck

    Meist kauft man direkt eine Garnitur bestehend aus einem Holzgriff (Federhalter) mit Ausstosser (rundes Hinterteil) und dazu passenden Stahleinsätze (Schneidfedern). Die Einsätze sind für flache, spitzige, runde Furchen in der Linolplatte geeignet.
    Linolwerkzeug
    Linolwerkzeug
    © www.martinmeier.org

    Selbstverständlich kann man das notwendige Werkzeug auch einzeln kaufen:

  • Hohleisen oder Geissfuss
  • Rilleisen
  • Stechbeitel
  • Schnitz- Konturmesser
  •  

    Handschutz

    Bei einigen Garnituren ist ein Handschutz aus Kunststoff dabei, er wird als Schutz an die Ecke der Linolplatte gehalten, für Links- und Rechtshänder geeignet
     

    Stempel-, Druckgriff für SoftCut Rondellen (Ø 4.5cm)

    für die runden SoftCut Platten kann es als 'Drucker' dh. man druckt den Griff mit den Rondellen direkt aufs Papier, man hat so einen besseren Halt und es verschiebt sich nicht so schnell. Mit den Softcut Rondellen wird dieses Werkzeug gleichzeitig zum eigenen kreirten Stempel. Die SoftCut Rondellen haben eine selbsthaftende Rückseite.

    Dieser Stempel-, Druckgriff gibt es nur in fertigen Packungen von EssDee®, welches direkt auch das Werkzeug im Stempelgriff versteckt hat.  

    Druck- , Farbwalze

    Die Farbwalzen von Pajarito zum Beispiel haben einen Walzenkern aus Kunststoff, Flanschen aus Metall, doppelt kugelgelagert, Bezug aus 4 mm starkem Hartgummi, verzinktem Metallbügel und Holzheft. Es gibt sie in verschiedenen Durchmesser und Längen. Zusätzliches notwendiges Material
     

    Anleitung

    Die Vorbereitung ist wichtig, das Motiv sollte schon klar sein, bevor man mit dem Schnitt beginnt. Also Augen für neue, schöne Motive offen halten und auf die Seite legen, sodass man es dann auch findet.

    Linol Schnitzer bei der Arbeit
     

    Linolschneiden

    Linoleum lässt sich in warmem Zustand besser schneiden, also vorgängig an die Sonne oder auf die Heizung legen. Wichtig Regel: immer vom Körper weg schneiden und am Besten Pflaster griffbereit halten. Auch sollte die Hand, welche die Platte stabilisiert, hinter dem Schneidwerkzeug sein.

    Auf die Linolplatte das Motiv durchpausen oder kopieren. Mit einem Kugelschreiber oder Bleistift das Motiv, wenn notwendig, nachzeichnen.

    Die Platte am Besten direkt auf den Arbeitstisch legen. Als erstes wird ein schmaler Graben um die Flächen geschnitten, die später entfernt werden sollen. Mit dem feinen Geissfuss oder Rilleneisen die Konturen schneiden und anschliessend die Innfläche herausarbeiten. Bei Kurven oder Rundungen immer die Linolplatte drehen, sodass man das Werkzeug immer gleich hält.

    Die Ecken sehr sorgfältig bearbeiten, denn ein Fehlschnitt lässt sich nicht korrigieren. Also langsam und Geduld haben! Lieber eine Pause einlegen, als überhastig eine Ecke 'zerschneiden'.

    Wenn man fertig ist, der Linolschnitt in warmem Wasser abwaschen, um lose Linoeumteilchen zu entfernen. Vor dem Drucken muss der Schnitt aber vollständig getrocknet sein.  

    Linoldruck

    Auf die Glasplatte oder einfach eine ebene Platte, (Farbe, Wasser abweisend) die gewünscht Farbe geben. Jetzt fährt man langsam und vorsichtig mit der Farbwalze kreuz und quer über den Farbklecks, bis die ganze Walze rundum gleichmässig dünn mit Druckfarbe bedeckt ist.

    Jetzt mit der Walze über den Lionlschnitt rollen, bis alle vorstehenden Teile gleichmässig eingefärbt sind. Tragt die Farbe nicht zu dick auf, da sich sonst Blasen bilden.

    Als erster Druck empfiehlt sich eine Probedruck auf ein Papier. Es muss fest auf einer Zeitungsunterlage fixiert werden, notfalls mit Klebstreifen befestigen. Den Linolschnitt positionieren und auf dem Papier auflegen. Jetzt mit etwas Druck gleichmässig über den Rückenseite streichen. Immer aufpassen, dass man nichts verschiebt beim Anpressen. Dann die Lionlplatte vorsichtig abheben.

    Jetzt den ersten Druck genau prüfen, muss noch etwas nachgebessert, nachgeschnitzt werden?

    Ist der OK, kann das Original bedruckt werden.