Top


 

Weben & Co. Infos

Weben & Co.

 

Gobelin

Ursprünglich verstanden wir unter der Bezeichnung Gobelin einen handgewebten Bildteppich mit überwiegend figürlicher Darstellung. Später verstand man unter diesem Begriff einfach der Wandteppich. Heute unterscheidet man unter echten und unechten Gobelin - ein Imitat der Bildwirkerei ist die → Gobelinstickerei. Gobelin Weben
Gobeli Weben am Hoch-Webstuhl - Bild: © fischer-kirchenbedarf.de


Gobelin Weben
Gobeli Weben am Hoch-Webstuhl - Bild: © saffronknits.typepad.com


 

Flechten

Die Tätigkeit flechten ist das regelmäßige Ineinanderschlingen mehrerer Stränge aus biegsamen Material. Der Unterschied zum Weben liegt darin, dass beim Flechten die Fäden nicht rechtwinklig zugeführt werden.
Hier gehts direkt weiter zum Thema Flechten - Knüpfen

Flechten
Flechten, Knüpfen - Bild: © www.cobocards.comasia.ru

 

Weben

Die Weberei (franz: tissage, eng: weaving) ist eine der ältesten Techniken der Herstellung von textilen Flächengebilden, bei dem mindestens zwei Fadensysteme, die Kette (Kettfaden, Zettel) und der Schuss (Schussfaden, der Eintrag, Einschuss), rechtwinklig verkreuzt werden. Die Verkreuzungen von Ketten- und Schussfäden, Bindungen genannt, entstehen, indem der Schuss durch die Kettfäden geschossen/gestossen wird und diese vor dem nächsten Schuss, durch einen Litzenstab oder einen Kamm verändert werden. So wird der Schuss abwechselnd unter und über den Kettfäden gezogen.

Weben
Weben - Bild: © eifelmaus.com
Weben
Web-Stück - Bild: © vebidoo.de - Sandras Gesocks

 

Geschichte

Das Weben gehört, nach Holz- und Steinbearbeitung, zu den ältesten Handwerken der Menschheit und gilt bereits seit 32.000 Jahren als nachgewiesen, erheblich länger als die Töpferei.In den Grabkammern des ägyptischen Altertums sind Gewebereste von Gewändern nachgewiesen worden. Gewichtswebstühle waren spätestens seit dem Neolithikum bekannt. Bei diesen wurden die Kettfäden mit einem Webgewicht an einem horizontalen Balken befestigt und hängen gelassen. Einige Forscher nehmen an, dass bereits im Jungpaläolithikum gewebt wurde, wie Tonabdrücke aus dem mährischen Pavlov belegen sollen. Aus den Feuchtbodensiedlungen der Schweiz ist eine Reihe neolithischer Textilien überliefert, die entweder aus Flachs oder aus Wolle bestehen. Daneben wurde auch Rindenbast (von Linde, Ulme und Eiche) verwendet. Gewichtswebstühle wurden bis ins Mittelalter verwendet.

Das Webmaterial der Bronzezeit ist vor allem durch die Funde aus dänischen Baumsärgen bekannt. In Egtved findet sich unter anderem der erste bekannte Minirock der Geschichte. Gewobene Textilien und Teppiche verhalfen den handelstreibenden Assyrern, Babyloniern und später den Phöniziern zu ihrem Reichtum. Sie konnten ihren technologischen Vorsprung in der Textilindustrie in Kleinasien, Persien und Arabien bis ins 13. Jahrhundert hinein behaupten. Auch die Griechen kannten das Weben. Bei Homer scheinen Weben, Spinnen und die Herstellung von Kleidungsstücken die Hauptbeschäftigung der Frauen zu sein. Nach anderen Überlieferungen konkurrierte im künstlerischen Bereich die Bildweberei ernsthaft mit der Malerei. Vasenbilder der schwarzfigurigen Zeit belegen auch hier den Gebrauch des Gewichtswebstuhls.

Aus der römischen Kaiserzeit sind Gewebe aus anderen Materialien als Wolle bekannt: ägyptisches und spanisches Leinen und chinesische Seide. Die Germanen verwendeten sowohl Woll- als auch Leinengarne. Sie woben komplizierte Muster, wie zum Beispiel der berühmte Thorsberg-Mantel belegt.

Im frühen Mittelalter und in der romanischen Kunstperiode beherrschte die orientalische Webkunst den Weltmarkt. Sassanidische, sarazenische und byzantinische Seiden- und Wollengewebe waren mit reichen Ornamenten verziert und gearbeitet. Aus ihnen wurden Prunkgewänder für Kaiser, Fürsten, Ritter und den Klerus hergestellt. Ebenfalls über Byzanz kam die Seide nach Europa. Auch in Europa begann die Weberei als Industriezweig aufzublühen. In Augsburg gab es Mitte des 15. Jahrhunderts eine Weberzunft mit über 700 Mitgliedern. Vielerorts, so etwa im Mühlviertel, wurden in den Gemeinden mit einem hohen Anteil von Webern, oftmals die Hälfte der Bevölkerung, eigene Webermärkte abgehalten. Eines der wichtigsten Zentren der traditionellen Leinenweberei in Württemberg war Laichingen. © wikipedia.com
 

Weberei Begriffe (alphabethisch)

Hier werden alle Begriffe die im Zusammenhang mit dem Webstuhl oder der Webmaschine vorkommen. Natürlich ohne Gewähr auf Vollständigkeit ツ.    

Web Techniken

Jahrtausendelang wurden weltweit Varianten des einfachen Webstuhls mit vertikaler Kette (Hochwebstuhl) verwendet. Erst durch die Erfindung des Webstuhls mit horizontaler Kette (Flachwebstuhl) im hohen Mittelalter fand eine Veränderung der Produktionstechnik statt. Einer der Vorläufer des mechanischen Webstuhls war die um 1600 entwickelte, in der Bandweberei gebräuchliche sogenannte Bandmühle. Durch sie war es möglich, zwanzig oder mehr Bänder gleichzeitig auf einem Webstuhl zu weben.

Erst im 18. Jahrhundert wurde der Webstuhl wesentlich weiterentwickelt. So wurde zu dieser Zeit von John Kay der so genannte Schnellschütze zur automatischen Bewegung des Schützen erfunden. Der erste mechanische Webstuhl wurde 1784 vom Geistlichen Edmond Cartwright erbaut. Eine weitere revolutionäre Neuerung wurde durch den Lyoner Seidenweber J.M. Jacquard eingeführt. Bei seinem 1805 erbauten Webstuhl können die Kettfäden mit Hilfe von Lochkarten gezielt einzeln gehoben und gesenkt werden, wodurch es möglich wurde, großflächig gemusterte Stoffe zu weben. Hierdurch wurde eine unbegrenzte Musterungsvielfalt gegenüber der begrenzten Bindungsmuster in der Schaftweberei möglich.

Die mechanischen Webstühle wurden über Transmissionen durch Dampfmaschinen und mitunter auch durch Wasserräder angetrieben. Der erste elektrische Antrieb für einen mechanischen Webstuhl wurde 1879 von W. von Siemens auf der Berliner Gewerbeausstellung vorgestellt. © wikipedia.com

Zeitliche Reihenfolge

Alphabetisch Reihenfolge