Alles Rund ums Basteln

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Emaillieren

Email oder Emaille ist ein glasartiger Werkstoff, welcher durch vollständiges oder teilweises Schmelzen im Wesentlichen oxydischer Rohstoffe entsteht. Diese anorganische Zubereitung wird angereichert mit unterschiedlichen Zusätzen in einer oder mehreren Schichten auf das Werkstück, meist aus Metall oder Glas, aufgetragen und unter Verwendung sehr hoher Temperaturen bei meist kurzer Brenndauer aufgeschmolzen. Aufgrund seiner glasartigen Eigenschaften als Werkstoff wird Emaille auch als Glasfluss bezeichnet. Emaille entsteht durch das Schmelzen im Schwerpunkt oxydischer Rohstoffe.

Emaillierte Tasse
© brandit.com


Fertige Emaillierungen weißen eine sehr glatte Oberfläche auf. Diese ist schmutzabweisend, bakterienresistent, kann nicht rosten, ist säureresistent und extrem temperaturbeständig. Nur bei wirklich äußerst extremen Stößen bricht die Emaillierung und blättert ab. Emaille erlebt gerade eine echte Renaissance, vor allem aufgrund seiner positiven Eigenschaften. Emaille-Kochgeschirr oder Emaille-Becher und Emaille-Tassen sind höchst beliebt. Emaillierte Produkte und Gegenstände haben zudem einen nostalgischen Touch. Nicht zuletzt Dank der bekannten alten Werbeschilder oder Straßenschilder, welche inzwischen teilweise sehr wertvoll sind und auf Liebhaber- oder Sammlerbörsen gehandelt werden. © bijkatrien.nl

Geschichte

Die Schutzfunktion von Emaille an Alltagsgeräten ist eine Neuerung des 19. Jahrhunderts. Ältere Emailarbeiten haben durchweg Schmuckcharakter. Die erste bekannte Emailarbeit ist 3500 Jahre alt und als Grabbeigabe in mykenischen Gräbern auf Zypern gefunden worden. Auch die alten Ägypter kannten Emailarbeiten, sowohl auf Gold als auch auf Eisen. Einen weiteren Höhepunkt der Emailtechnik erreichten die Kelten 500 v. Chr. mit dem Blutemail.

Im Mittelalter wurde Email im Rahmen der Goldschmiedekunst eingesetzt. Eine erste Blüte erlebte die Emailkunst um das Jahr 1000 (Zellenschmelz, Cloisonné), möglicherweise befördert durch die aus Byzanz stammende Kaiserin Theophanu. Dabei wurden zarte biegsame Goldbänder so auf eine Metallplatte aufgelötet, dass sie die Umrisse der gewünschten Figur ergaben. Die so entstandenen Zellen (cloisons) wurden mit verschiedenfarbigen Schmelzpulvern gefüllt und bis zum Anschmelzen der Masse erhitzt. Dies wurde solange wiederholt, bis die nötige Höhe des Emails erreicht war. Eine zentrale Werkstatt für diese Technik war wahrscheinlich in Trier beheimatet. Ein wichtiges Beispiel dieser Kunst ist die Pala d’Oro in Venedig. Schon in der Frühzeit wurden gern transluzide Glasflüsse verwendet, die den goldenen Metallgrund glänzend durchscheinen ließen.

Email cloisonné
© wikipedia.com - Ming dynasty cloisonné Schüssel


Das Maasland trat im 11. Jahrhundert mit Arbeiten nach dem Grubenschmelz-Verfahren (émail champlevé) hervor, deren Blütezeit im 12. Jahrhundert im Kölner Raum lag. Hierbei wurden opake Schmelzfarben bevorzugt, deren Flächen nicht mehr durch Stege getrennt waren, sondern Vertiefungen ausfüllten, die mit dem Stichel aus dem Metall ausgehoben waren. Später gewannen die blauen Arbeiten aus Limoges (Limosiner Email) bis ins 13. Jahrhundert an Bedeutung und waren in weiten Teilen Europas verbreitet. Im 14. Jahrhundert kehrte das durchsichtige Email, jetzt auf reliefartig gerasterte Silbergründe aufgebracht, zurück. In kleine Platten wurde die meist figürliche Zeichnung so graviert oder geschnitten, dass sie ein sehr flaches, aber scharf umrissenes Relief bildete, und dann die ganze Fläche mit verschiedenfarbiger durchsichtiger Schmelzmasse überzogen. Wo die Schicht dünner wurde, glänzte das Silber durch und gab die lichten Stellen, während an den dickeren Schichten Schatten vorherrschte. Dies führte zu einer äußerst zarten Wirkung der Emailarbeit.

Email champlevé
© malou-artisan.com - Email champlevé


Eine für die frühe Neuzeit typische Art der Emailbearbeitung ist das Maleremail, das im 16. Jahrhundert in Limoges entstand. Die Farbflächen sind hier nicht mehr durch Stege oder Metallpartien getrennt, sondern ineinander übergehende, mit dem Pinsel aufgebrachte Farben ermöglichen miniaturhaft feine, bildliche Darstellungen. Um Verspannungen des Trägermaterials (und damit Sprünge im Email) zu vermeiden, wurde auch die Rückseite der Hauptdarstellung mit Email überzogen, das ebenfalls dekoriert sein konnte. Wichtige Künstler sind Pierre Reymond, Jean Courtais und Léonard Limousin. Im 17. Jahrhundert wurde diese Technik von der Emailmalerei abgelöst. Bei ihr werden nur noch die Metalloxide malerisch auf den weißen Emailgrund gebracht und aufgebrannt. Das Verfahren wurde insbesondere in Frankreich und der Schweiz, auch in Deutschland angewendet. Uhrendeckel und Tabaksdosen waren typische Anwendungen dieser Dekorationskunst. Nach dem Rückgang der Emailkunst in der Mitte des 18. Jahrhunderts brachte erst ein Jahrhundert später eine Rückbesinnung im Bereich der kirchlichen Goldschmiedearbeiten ein Aufleben der alten Emailkunst. Diese belebte die mittelalterlichen Techniken, im späteren 19. Jahrhundert erinnerte man sich auch der dekorativen Möglichkeiten der Renaissance und imitierte die Vorbilder des 16. Jahrhunderts. Wichtige Stätten waren dabei Aachen, Köln, Wien, Mechelen, Brüssel, Lyon und Paris. Im 20. Jahrhundert wurde im Sinne der zeitgenössischen Strömungen (Expressionismus, Neue Sachlichkeit) auch die Emailkunst in den Werkkunstschulen neu belebt.

Maleremail
© ISBN 978-3-422-06825-4 / Maleremail aus Limoges - Im grünen Gewölbe von Ulrike Weinhold


Durch die Nachfrage angeregt, begannen auch Japaner, Chinesen und Inder die Emailkunst wieder aufzunehmen und zu vervollkommnen.

Emaillieren bei 150-160°

Beispiel mit niedriger Temperatur
© efco.de


Emaillieren mit einer niedrigen Brenntemperatur hingegen ist ein mit Farbpigmenten vermischtes Kunstharz, das bei niedrigen Temperaturen ideal für die Schmuckherstellung ist. Efcolor® ist ein Farbschmelzpulver, das bei 150/160 Grad schmilzt und auf der Herdplatte, im Backofen oder auf dem EFCOLOR Ofen mit Teelichtern aushärtet.

älterer EFCOLOR Ofen
© negnuja - Efco Ofen


Efco Emaille - Sortiment inkl. kleiner Anleitung (Efco)

Es gibt verschiedene Techniken, Einlegetechnik, Stegtechnik und Stenciltechnik. Diese werden auf der Seite von efco.de in schönen Bildern erklärt.
Kaltemaille Anleitung

Kaltemaillieren

Kalt Emaillieren heisst heute, ähnlich einer Gonistar® ähnlichen Farbe, dass die Farbe einen leicht glänzenden Effekt hat. Es fühlt sich wie eine WindowColor Farbe an, welche glänzend mit einem 3d Effekt an der Luft trocknet.
Kaltemaille Farbe von Colorall®
© Gonistar® (dazumal) oder Colorall® Farben (bei Bea-Verlag erhältlich)


Mit den leuchtstarken Colorall Kalt Email Farben erhalten Sie ein wunderschön glänzendes Endresultat in Email Optik, ohne zu brennen. Die Farben können direkt, auf praktisch allen Oberflächen, mit dem Dosierkopf aus der Tube verwendet werden. Sie laufen nicht ineinander. Für Spezialeffekte können mit einer Nähnadel die Email Farben ineinander gezogen werde.