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Sticken - Übersicht

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    Sticken

    Von den Chinesen von alters her gepflegt, war die Stickerei auch den alten Indern und Ägyptern bekannt. Diese gingen in ihren verzierenden Zeichnungen noch nicht über geometrische Figuren hinaus, wogegen die Assyrer zuerst Tier- und Menschengestalten auf ihren glatt anschließenden Kleidern und Vorhängen zur Darstellung brachten. Von ihnen lernten die Griechen und von diesen die Römer, welche die Stickerei phrygische Arbeit nannten. Im Mittelalter wurde sie in den Klöstern im Dienste des Kultus für geistliche Gewänder und Altarbekleidung (Paramente) gepflegt.

    Ihre Arbeiten wurden vom 11. Jahrhundert an von arabischen Kunstanstalten übertroffen. Seltene Beispiele, wie ein deutscher Kaiserkrönungsmantel, zeugen noch heute von der Höhe der damaligen Stickereikunst. Mit der geistigen Bildung kam auch die Kunst des Stickens in weltliche Hände. Erst in England, später aber in Burgund erreichte sie im 14. Jahrhundert die höchste Ausbildung und ist seitdem langsam bis auf unsere Zeit ganz in Verfall geraten, wo auch sie an der allgemeinen Hebung des Kunstgewerbes ihren Anteil erhielt und jetzt eine verständnisvolle Pflege, zum Teil durch größere Ateliers (Bessert-Nettelbeck in Berlin), findet.

    Die Stickerei verziert nicht nur, sondern sie bedeckt oft den ihr zu Grunde gelegten Stoff ganz; man könnte danach Weiß- und Buntstickerei unterscheiden, wenngleich auch bei der letzteren zuweilen der Grund frei stehen bleibt. © wikipedia.com

    Stick Technik (Stiche)

    Eine Stickerei hat etwas sehr Beruhigendes: Mit Nadel und Stickgarn entsteht immer einzigartiges Kunstwerk. Jetzt gibt es natürlich unzählige Techniken oder verschiedene Stiche. Je nach Ergebnis, Wunsch oder nach Stoffart bevorzugt man eine bestimmte Technik. Hier werden die wichtigsten kurz erklärt.  

    Gobelin- oder Straminstickerei

    Unter Gobelinstickerei bzw. Straminstickerei vereinigt man all dienjenigen Techniken, bei denen die Stiche den Stoff (Stramin oder Kanavas) vollständig bedecken. Natürlich kann auch auf anderen Stoffen gearbeitet werden, vorausgesetzt der Stoff ist so grobmaschig, daß man die Fäden zählen kann. Bei einigen Stichen liegt der Unterschied in der Fadenführung, über wieviele Faden bzw. Fadenkreuze der Faden auf der Rückseite gestickt wird.

    Dieses Stickerei sind sehr strapazierbar, weshalb sie oft für stark benutzte Flächen wie Sitzflächen von Stühlen verwendet werden.

    Die folgenden Stich haben diverse Überbegriffe, werden auch oft unterem einem einzelnen Begriff zusammen genommen. Flach-, Platt-, Flammen-, Gobelinstich haben gemeinsam, dass sie alle paralell verlaufende, deckende Stiche sind in einem groben, zählbaren Leinenstoff/Stramin/Canvas. Die einzelnen Unterschied sind in der Fertigung, Ausführung und Länge der Stich. Oft geben die speziellen Muster noch spezifische Hinweise auf die Stiche.  
  • Gobelinstich
  • Der einfache Gobelinstich ist ein halber Kreuzstich und man arbeitet ihn hauptsächlich mit Sticktwist, mattem Baumwollgarn oder Stickwolle. Stickgrund ist entweder zweifädiger Stramin oder ein auszählbarer Stoff. Ein Stich wird mindestens über zwei Fäden in der Höhe und Breite gestickt. Der Stich läuft grundsätzlich in eine Richtung von links unten nach rechts oben. Wie auch beim halben Kreuzstich ist dabei wichtig, dass die dicht aneinanderliegenden Stiche den Stickgrund vollständig bedecken. © brigitte.de © brigitte.de  
  • halber Kreuzstich
  • Dieser Stich sieht von 'oben' wie der Perlstich aus, nur der Fadenführung auf der Rückseite geht nicht über zwei Fäden bzw. Fadenkreuze. Der Stich selber hat keine Lücke wie der Kreuzstich, sondern alle Stiche werden direkt nebeneinander gestickt.  
  • Perlstich bzw. Groß- / Petit Point
  • Der Perlstich wird auch "Petit Point" genannt. Man verwendet ihn für ganz feine Gobelinarbeiten. Er wird mit Sticktwist (1- oder 2-fädig) über einfädigem Stramin gearbeitet. Die Stiche auf der Oberseite der Arbeit verlaufen alle in eine Richtung: von links unten nach rechts oben. Auf der Rückseite der Stickerei erscheinen die Stiche schräger. Die Arbeit wird dadurch fest und haltbar. Wichtig ist hier, dass die Fadenführung auf der Rückseite immer über zwei Fäden bzw. Fadenkreuze geht und das egal ob diagonal, senkrecht oder waagrecht. © brigitte.de  
  • Flach- bzw. Plattstich
  • Der Plattstich ist ein sehr alter Stich, der auch im Mittelalter weit verbreitet war. Mit dieser Technik kann man Flächen hervorragend aussticken. Je nach Fadenverlauf schimmert die Oberfläche, wenn sie ins Licht gehalten wird, was der Stickerei schöne Effekte verleiht. Diese Technik ist in der Nadelmalerei häufig zu finden. Bei dieser Technik wird der Faden immer parallel gestickt, wobei man fast jedes beliebige Motiv aussticken kann, solange die Fläche nicht zu groß ist. Angefangen wird immer an der schmalsten Stelle des gewählten Motivs, gestickt wird von unten nach oben. Für den Plattstich ist die Verwendung eines Stickrahmens unabdingbar, da der Stoff gut gespannt sein muß. Eigentlich ist der Stich recht einfach, aber man muß ein paar Punkte beachten, wenn man ein ordentliches Ergebnis erzielen will.

    Der Stoff darf nicht unter der bestickten Fläche vorschimmern © flinkhand.de  
  • Flammenstiche / Bargello / Florentiner Stickerei
  • Flammenstiche, die man auch Florentiner Stickerei nannt, sind charakteristisch gebogene und gezackte Linien in gezähltem Plattstich. Zum Teil werden diese auch gespiegelt, so dass sich kleine Medaillons ergeben.

    Bargello ist auch eine Florentiner Stickerei, eine die gesamte Fläche bedeckende Stickerei, bei der die Stiche parallel zum Fadenlauf über zwei bis fünf Querfäden geführt werden. Durch leichtes Versetzen der Stiche entstehen abstrakte Zickzack- oder Kurvenmuster. Älteste nachweisbare Anwendung auf Stühlen des 17. Jahrhunderts im Besitz des Museo nazionale del Bargello, nach dem die Technik auch benannt ist. Bargello oder richtiger Palazzo del Bargello ist ein Stadtpalast in Florenz.

    Zum Unterschied zum Flach- bzw. Plattstich ist, daß dieser Stich oft gleich lang aber auch deckend parallel verläuft. Bei der Bargello / Flammenstich gibt es innerhalb einer Reihe keine Farbwechsel.  

    Kettenstich

    Der Kettenstich (auch Kettstich) dient dem Vernähen (Verbinden) von Stoffteilen in der Textilverarbeitung und ist gleichzeitig ein wichtiger Stich der Stickerei, z.B. bei der Tambourstickerei. Die Nadel sticht hierbei neben der Ausstichstelle ein und bildet so eine Schlinge. Diese wird um die neue Ausstichstelle gelegt. Durch die Wiederholung der Arbeitsschritte entlang einer gedachten Linie entsteht eine Schlingenkette. Industrienähmaschinen können mit Hilfe von Kettenstichen sehr elastische Nähte herstellen. © wikipedia.com  

    Kreuzstich

    Dieser Stich wird in zwei Arbeitsgängen mit einer hin- und einer hergehenden Reihe gestickt. Zuerst beginnen Sie mit dem Grundstich in der Hinreihe von links nach rechts. In der dann folgenden Rückreihe werden die Deckstiche von rechts unten nach links oben gestickt (siehe Zeichnung). Bei einer perfekten Ausführung zeigen die Stiche auf der Rückseite immer senkrecht in eine Richtung. © kreuzstiche.de  

    Steppstich

    Dieser »Linienstich« eignet sich besonders gut für Konturen-Stickereien. Der Steppstich ist aber wohl durch das Nähen so bekannt. So können mit dem Steppstich Nähte versäubert, oder zwei übereinanderliegende Stoffe zusammengenäht werden.  

    Stielstich

    Der Stielstich ist einfach zu arbeiten und gehört zu den Geradstichen. Er besteht aus Einzelstichen, die einander teilweise überlappen. Konturen und Rundungen sind einfach nachzusticken, und wie der Name schon sagt, ist er besonders gut geeignet um Blütenstiele zu sticken.  

    Vorstich

    Der Vorstich ist der einfachste aller Stiche beim Sticken. Bestickt werden können alle Stoffe, auf denen eine kleine grafische Stickerei gut aussieht. Als Stickmaterial sind alle gebräuchlichen Stickgarne geeignet.  

    Stickgarn & Co.

    Zum Sticken benutzt man spezielle Garne. Die heute gebräuchlichsten sind Sticktwist und Perlgarn. Sticktwist ist 6-fädig und lässt sich für feine Stickereien auch in dünnere Stränge zerteilen. Perlgarn ist unteilbar, dafür ist es glänzend und hat eine glattere Oberfläche. Aber auch andere Materialien kann man versticken und wurden in vergangenen Jahrhunderten auch verstickt, zum Beispiel Seidenfilament, gezwirntes Seidengarn, schmale Seidenbändchen, Wollgarn, Baumwoll(näh)garn oder Effektgarne wie Chenille. © wikipedia.com

    Für welches Stickgarn man sich schlussendlich entscheidet, daß ergibt sich meistens von selbst. Oft ist es keine Garn-Qualität abhängige Entscheidungen, sondern der Zufall entscheidet oft die Garn-Marke.  
  • Coats - MEZ - Schachenmayr
  • Geschichte von MEZ - Coats / Auf- & Zuklappen

     
  • DMC
  • Geschichte von DMC / Auf- & Zuklappen

     

    Stick Begriffe / Material usw.

     

    Canvas - Leinenstoff

    [engl. Leinenstoff] Canvas nennt man einen äußerst strapazierfähigen Leinenstoff in einfacher aber dicht angeschlagener Tuchbindung. Hier sind Gewichte zwischen 400–600 g/qm die Norm. Der Leinencanvas eignet sich sehr gut für Bezüge oder bei entsprechender Nachbehandlung ›Krumpfen‹ oder ›Tumbeln‹ auch für robuste und gebrauchstüchtige Kleidungsstücke. Früher wurden aus derartigen Leinencanvas auch Zelte, Matten, Gurte und Behälter hergestellt. Oft werden Malerleinwände auch als Canvas bezeichnet. © die-leinenweber.de  

    Stramin

    Stramin ist ein grobes appretiertes Gewebe aus Baumwolle oder Leinen. Das gitterartige Gewebe wird zum Besticken oder als Grundlage zum Knüpfen verwendet. Stramingewebe gibt es in unterschiedlichen Stärken von fein und leicht bis grob und schwer.

    Man unterscheidet verschiedene Arten von Straminen, die in verschiedenen Stichgrößen angeboten werden: Stramine können mit Mustern versehen sein, um Stickereien oder Knüpfarbeiten zu erleichtern, und auch mit farbigen Rechtecken zum besseren Auszählen bedruckt sein.  

    Plastik Stramin (Plastic Canvas)

    In den Staaten sind noch spezielle 'Plastic Canvas' sehr beliebt, bei uns bekannt unter Plastik Stramin. Diese können in die gewünschte Form geschnitten und bestickt werden. Ob das jetzt wie hier im Beispiel eine runde Schablone ist oder ein A4 Grosses Form, die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Von Möbel, Dekorationen bis Schmuck ist alles Möglich.

    Bei folgendem Beispiel werden runde Scheiben verwendet, diese werden direkt wie Stoff mit einem Perlstich gestickt. Sie können aber auch für Flower Loom verwendet werden.  

    Tufting

    Der Begriff Tufting (englisch to tuft ‚mit Büscheln verzieren‘) oder deutsch Tuften bezeichnet eine Technik zur Herstellung dreidimensionaler textiler Flächen. Es ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Herstellung von Teppichböden, hochwertigen automobilen Innen- und Kofferraum-Auskleidungen sowie Kunstrasen. Jeder der etwas mit Raumgestaltung zu tun hat, kennt diesen Begriff, denn die kunstvollen, auch von Hand, gestalteten Teppich werten alle Räume auf.

    Wer die ganzen geschichtlichen Hintergründe über Tufting lesen will, kann bei der Textilmaschinen Firma Tornado-Tex, eine detaillierte 'Zeittafel' mit den wichtigsten Informationen studieren.

    Tufting

    Tufting Teppich / Rechts: Loop Pile (sichtbare Schlaufen) / Links: Cut Pile (geschnittene Schlaufen/Flor) - Bild: © etsy.com

    Tufting Stich

    Bei Tufting wird die Nadel durch das Gewebe gestossen und sofort wieder herausgezogen. Die Länge der Nadel bestimmt die Schlaufen Länge auf der Rückseite. Bei der maschinellen Tufting Herstellung hält ein Greifer das Garn auf der Rückseite, bei der Handtufting Variante nicht. Wenn man die Nadel nicht vom Gewebe wegzieht, bleibt die Schlaufe in ihrer Länge auf der Rückseite bestehen. Wenn das Werkstück fertig ist, wird ein spezieller Kleber oder ein Vlies zur Fixierung des Garns aufgetragen.

    Tufting Stich

    Tufting Stich

    Tufting Maschine

    Heute gibt es natürlich für die Massen Produktion ein Tufting Maschine. Je nach Modell kann die Maschine bis zu 5 Meter breit sein (Teppiche) oder nur ein kleines Tischmodell (Applikationen) sein. Ein Gartenteppich auf den Balkon wird niemand von Hand herstellen, aber wer einen individuellen Teppich will, kann dies nur von Hand herstellen. Die Tufting Maschinen arbeiten mit mehreren Nadeln!

    Tufting funktioniert wie eine Nähmaschine: Von der Teppichrückseite sticht die Nadel durch das Gewebe. Auf der Vorderseite halten Greifer das Garn fest. So ergeben sich auf dem Trägernetz Schlaufen, die eine Schlingenstruktur bilden. Werden die Schlaufen aufgeschnitten, entsteht eine Veloursoberfläche. Das Messer ist häufig am Greifer der Pistole befestigt, so dass das Halten und Schneiden des Garns, auch Pol genannt, in einem Arbeitsgang erfolgt.

    Tufting maschinen

    Tufting Stich - Bild: © www.groz-beckert.com

    Handtufting Pistole

    Beim Handtufting wird ein Holzrahmen mit einem Trägergewebe bespannt, wo anschliessend das Garn mit einer Garn-, Handtuftpistole in das Gewebe eingestickt wird. Dies macht man Reihe für Reihe, bis eine Teppichfläche entsteht. Dabei können hohe oder flache und geschlossene oder aufgeschnittene Schlingen entstehen. Dies führt dazu, dass man mit Handtufting ein breites Spektrum an unterschiedlicher Teppichstrukturen entwickeln kann. Die Technik stellt hohe Ansprüche an das Geschick des Handtufters. Da die Maschine von Hand geführt wird, bedarf es sehr viel Sorgfalt und grosser Erfahrung, um schliesslich eine gleichmässige Fläche entstehen zu lassen, die zudem die Handschrift eines jeden Handtufters trägt. © www.kramis-teppich.ch



    Handtufting Pistole

    Handtufting Pistole - Bild: © www.kramis-teppich.ch
     

    Cut oder Loop Pile

    Es gibt zwei verschiedene Arten der Sticktechnik bei der maschinellen Variante und der Garnpistole, die einte 'Cut' schneidet die Schlaufen während des Stickens auf und so entsteht ein Schnittflorteppich oder auch Veloursteppich. Bei der Loop Variante bleibt die Schlaufe geschlossen, deshalb spricht man von einem Schlingenflorteppich. Das Messer zum Durchtrennen der Schlaufe ist bereits am Greifer befestigt, sodass das Halten und Schneiden des Pols in einem Arbeitsgang erfolgt.

    Handtufting Pistole / Cut oder Loop Pile

    Handtufting Pistole - Bild: © www.etsy.com


    Wer sich kein genaues Bild machen kann, wie diese zwei Sticktechniken hergestellt oder unterschieden werden, hat hier die Möglichkeit in einem zwei minutiges Film:
    Film ab →   Unterschied Cut - und Loop Pile / Ohne Wort sehr gut erklärt 'Cut vs loop pile tufting machine demo' von Tim Eads (youtube 2 Min)

    Kaschieren und verkleben

    Um das eingenadelte Garn festzuhalten, muss ein Zweitrücken oder eine Latexierung aufgebracht werden. Diesen Vorgang nennt man Kaschieren.

    In einem weiteren Schritt entstehen die Teppichkanten. Trägergewebe, welches über den eigentlichen Teppichrand hinausragt, wird an den Ecken auf Gehrung geschnitten, umgeschlagen und an der Rückseite verleimt. So entsteht ein kompakter Abschluss, der in technischer und ästhetischer Hinsicht überzeugt. Mit präzisen Schnitten entlang der Kante erhält auch der Flor einen letzten Schliff.
    © www.kramis-teppich.ch

    Konturenschnitt (Carving)

    Nach dem Handtuften ist die Teppichschur und ganz besonders der Konturenschnitt zu erwähnen. Der Konturenschnitt oder Carving genannt, trennt die Farben innerhalb einer Oberfläche durch eine schmale, vertiefende Kontur ab. Diese Kontur wird auch mit einer speziellen Handmaschine oder mit einer Schere geschnitten. Dieser Vorgang erfordert eine große Fähigkeit des Handwerkers, da ein sogenanntes „Verschneiden“ in keiner Weise reparabel ist.

    Konturenschnitt Carving

    Tufting Konturenschnitt (Carving) - Bild: © bruno-wickart.ch


    Beim folgenden YouTube Film hat man die Möglichkeit die ganze Bandbreite einer Teppich Herstellung zu sehen. Der Film zeigt, dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Obwohl der Film mit russischem Text ist, kann man das Handwerk sehr gut bewundern.

    Film ab →   Handtufting Pistolen Teppich / Russischer Text - Auch ohne Wort gut verständlich (ImperialStyle.ru - 4 Min)

    Technische Begriffe

    Handtufting Werkzeug

    Für den Hobby Handwerker ist natürlich auch die Handtufting Pistole etwas zu professionell, deshalb gibt es noch die handgetrieben Nähmaschine zum Tuften von Teppichen und dekorativen Stücken, aber wie sie auf Deutsch genau heisst, ist nicht ganz klar, vielleicht Teppich Nadel oder Zierstichnadel.

    Handtufting Werkzeug

    Handtufting Werkzeug - Bild: © Speed Tufting Tool und Danella Werkzeug


    Das bekannteste Handtufting 'Danella' Werkzeug kommt aus Dänemark. Bei der Handtufting Nadel kann man drei verschiedene Stufen einstellen, je länger die Nadel ist, umso länger werden die Schlaufen auf der Rückseite. Wenn man abgeschnitte Schlaufen (Cut Pile) beim Werkstück haben will, muss man die Schlaufen direkt mit einer Schere abschneiden.

    Handtufting Nadel Handtufting Stich

    Handtufting Werkzeug Nadel und Stich


    Das Handtufting Werkzeug braucht viel Übung und eine ruhige Hand. Aber wenn man den Trick mal kennt, können schöne Wandbehänge, Verzierungen auf Taschen, Kissen oder Teppich hergestellt werden. Hier einige Bilder als Vorgeschmack, was im folgenden Kurz-Film gezeigt wird.

    Handtufting Herstellung

    Handtufting Herstellung - Bild: © www.danella.dk


    Film ab →   Handtufting Werkzeug von Danella - Technik kurz erklärt ©Danella Shop - youtube (2 Min)

     

    Was ist Punch Needle?

    Punch, 'stossen' auf englisch erklärt eigentlich den Begriff sehr schön. Es ist eine 'Stoss-Nadel', man stösst einfach die Nadel durch das Gewebe. Das Garn/Faden bildet so auf der Rückseite ein Schlaufe, vielleicht ist es auch die Vorderseite, je nachdem was man für ein Endergebnis will. Die Technik entstand aus der etwas abgeänderten Teppich Knüpfart Tufting, die Technik wurde etwas neu interpretiert und schon gibt es ein neues Hilfsmittel.

    Bei diesem Beispiel sieht man bei der weissen Farbe die sichtbare vordere Arbeitsseite und die restlichen farbigen Schlaufen entstanden von der anderen Seite. Die satte Schlaufenbildung entsteht auf der vorderen Arbeitsseite, auf der Rückseite werden die verschiedenen langen Schlaufen gebildet, je nachdem wielang die Nadel eingestellt wurde. So entstehen schöne und interessantes 3D Teppichilder.

    Punch Needle

    Punch NeedleBild - Bild: © rico-design


    'Rug Hooking', welcher auch noch in diesem Zusammenhang genannt wird, heisst übersetzt 'Tepping knüpfen', das ist für mich aber ein falscher Begriff, da man bei uns früher wirklich Teppich geknüpft hat und es mit dieser Technik hat es nichts viel gemeinsam. Das Teppich knüpfen, wo man einzelne Fäden in den Stoff knüpft, heisst international: Latch Hook



     

    Das Material

    Punch Needle

    Die Punch Needle hat im Griff ein Längshohlraum, damit das Garn vom hinteren Ende des Griffes nach vorne geführt und an der Nadelspitz noch durch das Nadelöhr eingefädelt werden kann. Bei einige Holz Punch Needle hat es für eine einfache Einfädlung längs des Griffes entlang einen Schlitz. Bei den geschlossenen Modellen, meistens Kunststoff, liegt meistens eine spezielle Einfädelhilfe bei. Alle Nadeln haben vorne eine spezielle gebogene Spitze, wo mittig das Nadelöhr ist.

    Punch Needle
    Punch Needle Bild: © perlesandco.de.com & © noname

    Einige Nadel haben am Griff einen Schieber, damit die Nadellänge eingestellt werden kann. Die Länge der Nadel-Spitze beeinträchtigt die Schlaufen Länge auf der Rückseite. Die Punch Needle Modelle werden schnell auf den Markt gebracht und sind meist genauso schnell wieder verschwunden. So sind Modelle vom letzten Jahr auf einmal nicht mehr erhältlich. Also die beste Lösung, sich im Fachhandel beraten lassen oder sich selber im Internet informieren.

    Punch Needle
    Punch Needle Bild: © dieschiffchenschieberin.de

    Stick- oder Schnapprahmen

    Damit das Gewebe auch schön straff ist für das Punch Needlen, spannt man das Gewebe in einen Stickrahmen. Die Stickrahmen gibt es in Holz oder Kunststoffausführung und in diversen Grössen. Eine andere Möglichkeit ist der Schnapprahmen, hier wird das Gewebe einfach mit einem Schnappklammer am Rahmen befestigt.

    Wird das Endstück aufgehängt, kommt es in einem holzigen Stickrahmen am Besten zur Geltung.

    Stickrahmen
    Schnapprahmen
    Stick- und Schnapprahmen - Bild: © HEEPDD Quadratische Stickrahmen

    Stoff

    Grundsätzlich kann man sagen, zum Punch Needlen brauchst du Leinen, da er strapazierfähig und relativ weit gewebt ist. Wenn Du jetzt aber nicht genau weisst, was für einen Leinenstoff, dann nimm Mönchstoff oder engl. Monks Cloth, dieser Stoff ist speziell für den Punch Needle geeignet, er wurde in der Panamabindung gewoben, dh. 2 Fäden in Kette und 2 Fäden im Schuss.

    Die Nadel ist relataiv gross und die Spitze sehr spitzig, deshalb wird beim 'normale' Stoff oft die einzelnen Fäden beschädigt, weil der Stoff viel enger gewoben wurde und so entstehen oft sichtbare Löcher. Beim Mönchstoff / Monks Cloth verschieben sich die Fäden nach dem Stossen wieder in ihre Grundform.

    Mönchstoff - Monks Cloth
    Mönchstoff - Monks Cloth

    Kleber

    Da die Fäden nur loose durchs Gewebe geschoben wurden, kann die ganze Arbeit mit einem Rupfen am Garn wieder vernichtet werden. Damit die Fäden gut fixiert werden, gibt es einen extra Kleber, welcher man mit einem Pinsel aufträgt. Man kann aber die Fäden auch mit einem Sprühkleber oder einem Vlies, welches man auf der Rücksseit aufbügelt, fixieren.

    Z.B. ist der Rico Design Textilkleber ein transparent auftrocknender Kleber auf Wasserbasis. Nach dem Trocknen ist der Kleber wasserfest und nicht mehr auswaschbar. Waschbar als Handwäsche bis 30° C und nicht frostbeständig. Die Trocknungszeit beträgt zwischen 6 bis 12 Stunden. Der Kleber ist geeignet zum Fixieren von gestickten Punch Needle Modellen und eignet sich für Baumwolle, Mischgewebe bis max. 20 % Kunstfaser und verschiedenes mehr.

    Rico Runch Needle Kleber
    © Rico

    Technik

    Punch Needle - Zierstichnadel
    Punch Needle - Anleitung Bild: © quiltzauberei.de

    Film ab →   Anleitung: Punch Needle - Rico Design (ca. 2.40 Minuten) ohne Worte
     

    Fadengrafik / Fadenbilder / Fadenkarten

    Fadengrafiken, auch als Fadenkunst oder neudeutsch String-Art bezeichnet, sind immer wieder einmal in Mode. Dabei werden die Motive aus kleinen Nägeln oder Stecknadeln und dünnen Garnen gestaltet. Wirklich neu ist die Idee aber nicht. Fadenmotive gibt es schon lange und in den 1970er-Jahren waren sie sehr beliebt. Idealerweise braucht man sie heute in Zusammenarbeit mit anderen Techniken für sehr aufwändige Karten und Bilder.



    Die Holzbilder mit ihren graden gezogenen Faden kennen wir sicher, haben wir im Werkunterricht in der Schule sicher die ersten Versuche gemacht. In der Zwischenzeit gibt es auch komplexe 3D Gebilde, wo die ursprüngliche Technik dahinter oft nur noch schwer zu erkennen ist.



    Die Fadentechnik im einfacheren Stil sind sicher die Ausführungen mit Karton und Faden. Den ersten Kontakt hatten wir sicher im Kindergarten, als wir eine Stickkarte erhielten und hier die einfachen Stiche geübt hatten, was mit der Fadentechnik an und für sich nichts zu tun hat, aber wir haben gelernt, dass man mit Faden und Karten tolle Sachen machen kann.

    Beide Technik unterstützt das Feinmotorische und die handwerkliche Tätigkeit und sind so natürlich ideal für die Kindergärtner und Schulen, gleichzeitig lernen sie auch den geometrische Zusammenhänge auf spielerische Weise kennen. Als Bastelarbeit in den Handwerkstunden sind aber beide Techniken immer noch sehr beliebt.




     

    Fadenbilder auf Holz

    Für die Nagel - Fadengrafiken eignen sich die verschiedensten Motive. Wichtig ist nur, dass die Motive eher einfach gehalten sind und aus wenigen, markanten Linien bestehen. Bei den Fadenbildern werden nämlich nur die Konturen ausgearbeitet. Für die Motive werden kleine Nägel oder Stecknadeln in eine Holzplatte eingeschlagen und mit Faden umwickelt.
    → Eine etwas andere Fadentechnik wird hier vorgestellt: Loom Maxi Prym Geräte

     
    Beispiel mit Anleitung
    Wie fängt man jetzt aber an? Zuerst braucht man hier einen gut geschützte Tischplatte. Dann benötigen wir folgendes Material:
    Ablauf:
  • Sollte es ein bunten Hintergrund haben, das Holzstück in der gewünschten Farbe grundieren.

  • Druck vorgängig am Besten in der Grösse des Holzstückes ein Motiv aus. Ob das jetzt ein Herz, ein Pfeil, Note usw. ist, spielt keine Rolle.

  • Entweder wird die Vorlage über einem Kohlepapier gelegt und alle Punkte deutlich auf das Holzbrett übertragen, oder die Vorlage (so dünnes Papier wie möglich) wird direkt aufs Holzbrett gelegt und die Nägel sorgfältig durch das Papier eingeschlagen.

  • Einen Faden auswählen und diesem beim ersten Loch an den Nagel knoten, klappt das nicht ganz mit einem Kleber zusätzlich fixieren.

  • Gemäss Vorlage, oder deinem eigenen Bild entsprechend, die Schnur von Nagel zu Nagel ziehen. In Regelmässigen Abständen die Schnur einmal um den Nagel wickeln und mit dem Kleber fixieren.

  • Ist der Faden fertig oder die Farbe muss gewechselt werden, auch den Faden am Nagel verknoten und mit Kleber fixieren.

  • Wenn das Bild fertig ist, die Vorlage sorgfältig um die Nagel abreissen .... nicht schneiden, da du dann Gefahr läufst einen Faden durchzuschneiden.

  • Hier eine Beispiel der Spielmobil-Augsburg Bastelrunde:
    Fadenbild auf Holz / Herz und Blume
    oben gezeigte Motive - Herz & Blume Vorlage direkt zum Ausrucken (PDF) von © spielmobil-augsburg.de

     

    Fadenbilder auf Papier / Karton

    Die Fadengrafik ist eine faszinierende Technik, bei der dünne Fäden auf Karton oder Papier durch Löcher verbunden werden. Besondere Effekte entstehen durch verschiedene Farben, je nach Papier verschieden dicke Fäden. Es können Perlen eingezogen werden, diverses Dekomaterial aufgeklebt werden ...... hier ein einfaches Beispiel.
    Fadenbild Anleitung Fadengrafik Karte Anleitung ausdrucken
     
    Beispiel mit Anleitung
    Wie fängt man jetzt aber an? Zuerst braucht man eine gut geschützte Tischplatte. Dann benötigen wir folgendes Material:
    Schritt-für-Schritt Anleitung
    Anleitung ausdrucken
    Klicke auf das Bild und drucke die Vorlage aus, lege sie auf die Karte und steche die roten & schwarze Punkte durch....
    Fadenbild Anleitung
    ... nachdem alle Löcher durchstochen sind, steche von der hinteren Seite durch die 1 und gehe bei 2 wieder nach hinten ....
    Fadenbild Anleitung
    ... verknote den Faden hinten oder fixiere den Faden mit einem Klebstreifen (hält nur begrenzt ).
    Fadenbild Anleitung
    ... arbeite weiter ....bis der oberste Teil beendet ist. Den nächsten Teil fängt senkrecht unter der Nr. 1 an.
    Fadenbild Anleitung
    ... So geht es weiter bis der Tannenbaum beendet ist.
    Fadenbild Anleitung
    ... wenn man mit einer zweiten Farbe zwischen den bestehenden Löcher nachstickt, wirkt er voller, bekommt eher eine 3D Oberfläche ....
    Fadenbild Anleitung
    ... Oben auf der Tannespitze kann man jetzt ein 1 oder 2-farbiger Stern sticken. Die Nummern und Farbentupfen auf den Plan zeigen den Weg. Die Ausgangslage ist der Mittlere Punkt Nr. 1,
    hier zieht man die Fäden sternartig ringherum. Die zwei Farben zeigen an, wo man ungefähr einstechen sollte. Es ist nicht so wichtig, ob er Abstand zu den anderen Punkten stimmt.

    Fadenbild Anleitung
    Varianten


    ... man kann vorgängig die Karte natürlich anmalen oder später ausmalen, aber vorsichtig bei Wasserfarben, wenn der Karton zu nass wird, weicht er sich auf und die Löcher der Stiche sind nicht mehr sehr stabil. Ein Hängenbleiben am Faden oder will man noch etwas nachbessern, führt schnell zu einem Durchreissen des Kartons.

    .... Sterne aufkleben

    ...den Faden doppelt nehmen, dann gibt es mehr Volumen.

    Die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos ツ.

    Alle Bilder © negnuja.ch

     

    Material für die Fadengrafik

    Für die Fadengrafik Technik braucht man nur ein Brett oder Karton bzw. festes Papier, einen Hammer, eine Nadel und diverse Fäden. Für die ersten Versuche mit Papier braucht man wirklich nichts Zusätzliches zu kaufen, sondern man nimmt einfach eine Stecknadel, ein Sticknadel, ein Kartonstück und einen Faden. Wenn man die Technik toll findet, dann ist es vielleicht ein Überlegung wert, spezielles Material dazu zukaufen!  
    Stickkarten
    Die Stickkarten haben vielleicht mit dem geometrischen Denken der Fadengrafik nichts zu tun, es ist vielmehr den Einstieg in die Karten Stickkunst. Es wird die Feinmotorik geübt und die Kinder lernen den Umgang mit Faden und Garn. Diese Technik kann man gut vorbereiten und schon die Jüngsten haben hier grossen Spaß. Hier gibt es natürlich auch fertige Sets zu kaufen.
     
    Prickelnadel und Unterlage
  • Die perfekte Ergänzung zum Arbeiten mit der Prickelnadel. Diese Unterlage erleichtert zum Einen das Durchstechen des Papiers und zum Anderen ist diese ein idealer Schutz für Ihren Tisch zu Hause.

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    Vorlagen (engl. pattern)
    Braucht man eine Vorlage für eine Karte oder ein Bild? Damit man die Wirkung der einzelnen Spannfäden besser kennenlernt, ist es sinnvoll am Anfang eine Vorlage zu nehmen. Im Internet kann man unzählige finden. Ob das jetzt Bordüren-Verzierungen sind oder ganze Bilder ..... (engl. Stitching card pattern).
    Fadengrafik Vorlage / Herz und Blume
    → oben gezeigte Motive - Herz & Blume Vorlage direkt zum Ausrucken (PDF) von © spielmobil-augsburg.de

     
    Speziellen Faden oder Garn
    Damit die Fäden auch speziell wirken, kann man spezielle glänzende Fäden verwenden, welche für die Fadengrafik-Technik geeignet sind. In verschiedenen Farben. Material: 100 % Polyester.